Stromtauschen
„Stromtauschen“ entwickelt einen digitalen Marktplatz für den direkten, Peer-to-Peer Handel von lokal erzeugter grüner Energie. Die Plattform ermöglicht es Haushalten, überschüssigen Solarstrom flexibel zu eigenen Preisen zu verkaufen und günstig von anderen zu beziehen – einfach, transparent und ohne komplexe Energiegemeinschaften. Damit treibt „Stromtauschen“ die Dezentralisierung des Energiesystems voran und leistet einen aktiven Beitrag zur Energiewende in Österreich.
Der österreichische Strommarkt ist trotz Energiewende weiterhin stark zentralisiert.
Haushalte mit Photovoltaikanlagen speisen überschüssigen Solarstrom meist zu sehr niedrigen Tarifen ins Netz ein, während Konsument: innen steigenden Energiepreisen ausgesetzt sind und kaum Einfluss auf Herkunft oder Preis ihres Stroms haben.
Gleichzeitig bleibt ein großes Potenzial lokaler erneuerbarer Energie ungenutzt. Obwohl nahezu alle Haushalte mit Smart Metern ausgestattet sind, wird lokaler Peer-to-Peer-Energiehandel bislang noch nicht flächendeckend umgesetzt.
Neue EU-weite regulatorische Entwicklungen und Gesetzesinitiativen zielen jedoch darauf ab, genau diesen dezentralen Energiehandel künftig zu ermöglichen und zu erleichtern.
Dadurch eröffnet sich die Chance, frühzeitig innovative Lösungen zu etablieren und eine Vorreiterrolle im Bereich lokaler, digitaler Energieversorgung einzunehmen.
Genau hier setzt Stromtauschen an. Wir adressieren zentrale Herausforderungen der Energiewende:
• faire Vergütung für erneuerbare Energie,
• leistbare Strompreise,
• lokale Wertschöpfung
• sowie die Reduktion von CO₂-Emissionen.
Stromtauschen ist ein digitaler Peer-to-Peer-Marktplatz, der es ermöglicht, lokal produzierten Solarstrom direkt zwischen Haushalten zu handeln und das einfach, transparent und ohne zusätzliche Hardware.
Über eine mobile App legen Haushalte mit Photovoltaikanlagen einen Preis für ihren überschüssigen Solarstrom fest. Konsument: innen können diese Angebote einsehen, Preise vergleichen und selbst auswählen, von welchem Haushalt sie ihren Strom beziehen möchten. Die Abwicklung der Stromlieferung und Abrechnung erfolgt anschließend automatisch über die App.
Im Gegensatz zu klassischen Energiegemeinschaften ist keine Vereinsgründung nötig. Nutzer: innen behalten ihren bestehenden Stromanbieter und nutzen Stromtauschen als ergänzende Lösung. So wird erneuerbare Energie einfach zugänglich und im Alltag nutzbar und das auch über regionale Grenzen hinaus.
Im Rahmen der Sustainability Challenge haben wir eine App-Idee entwickelt, die Peerto-Peer-Stromhandel zwischen Privathaushalten in Österreich ermöglichen soll. Wer
eine Photovoltaikanlage hat und Strom übrig produziert, soll diesen direkt an andere
Haushalte verkaufen können, ohne den Anbieter zu wechseln und ohne neue Hardware
kaufen zu müssen. Über das Semester haben wir einen Prototyp gebaut (ein Mockup),
kein lauLähiger Code, aber gut genug, um jemandem die Idee zu zeigen. Man sieht, wie
die App ausschauen wird, wie das Matching zwischen Käufer und Verkäufer
funktionieren würde, wie die Abrechnung dargestellt wird. Echtes Feedback auf etwas
Visuelles ist einfach wertvoller als eine Erklärung. Parallel dazu haben wir einen
vollständigen Businessplan erarbeitet: Marktanalyse, drei Jahre Finanzplanung,
Zielgruppen, Preismodell und eine erste Einschätzung der Rechtslage durch das neue
Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG 2026), das erstmals P2P-Stromhandel in
Österreich legal ermöglicht.
Wenn stromtauschen irgendwann real läuft, ist der Impact ziemlich direkt: Jede
Kilowattstunde, die über die Plattform gehandelt wird, ist lokal erzeugter Solarstrom,
der sonst mit Minimalpreisen eingespeist oder durch konventionellen Strom ersetzt
worden wäre. Kein Anbieterwechsel, keine neue Hardware und somit muss der
Haushalt nichts ändern, außer dass er jetzt selbst wählen kann, von wem genau er
Strom kauft. Auf Projektebene ist das natürlich noch hypothetisch. Was wir aber konkret
geleistet haben: Wir haben gezeigt, dass das Modell mit dem neuen ElWG 2026
rechtlich umsetzbar ist, wirtschaftlich plausibel ist, und dass die technische Grundlage
( flächendeckende Smart Meter in Österreich) bereits existiert. Was uns persönlich
wichtig ist: Stromkonsumenten sind in diesem Modell keine passiven Abnehmer. Sie
können aktiv entscheiden, von welchem Nachbarn sie Strom kaufen, wie viel sie zahlen
wollen, und sehen dabei transparent, woher ihr Strom kommt. Das klingt nach einer
Kleinigkeit. Aber verglichen mit dem Status quo, wo kaum jemand weiß, woher sein
Strom tatsächlich stammt, ist das ein echter Unterschied.
Was wir am meisten an unserem Projekt unterschätzt haben war die regulatorische
Seite. Eine Platform, die Menschen verbindet klingt schnell gemacht. Dann liest man
sich ins Energierecht ein, stößt auf Smart-Meter-Schnittstellen, EDA-Anbindungen und
Netzbetreiber-Abhängigkeiten und merkt, dass das ElWG 2026 nicht einfach ein
rechtlicher Rahmen ist, sondern der eigentliche Enabler des Geschäftsmodells. Ohne
dieses Gesetz wäre stromtauschen in dieser Form nicht erlaubt. Inhaltlich haben wir
gelernt, wie man ein zweiseitiges Marktplatzmodell durchdenkt und das mit allen
Problemen, die das mit sich bringt. Ohne Prosumer kommen keine Consumer, ohne
Consumer kommen keine Prosumer. Das klingt banal, ist aber in der Finanzplanung gar
nicht so einfach abzubilden. Was wir persönlich mitnehmen: Früh mit einem konkreten
Artefakt beginnen, auch wenn es „nur“ ein Mockup ist. Dieser Prototyp hilft vor allem bei
der visualisierung und konkretisierung der Ziele und potenzielle Kunden können sich
nun ein besseres Bild der Idee machen. Immerhin sind abstrakte Ideen schwer zu
evaluieren. Sobald jemand etwas sieht und durch eine App-Oberfläche navigieren kann,
werden die Rückmeldungen deutlich konkreter. Und der Businessplan hat uns
gezwungen, dass wir uns deutlich intensiver mit dem Konzept auseinanderzusetzen und
Schwächen unserer Idee beziehungsweise Umsetzung aktiv aufdecken.
gute unterstützung
Coaches

Michael Ambros
BOKU:BASE

Rudolf Dömötör
WU Gründungszentrum


