AGR

Infrastructure Resilience & Glasrecycling

Das Projektteam Austria Glas Recycling (AGR) beschäftigte sich mit den Herausforderungen, die durch den demographischen Wandel auf das Abfall- und Entsorgungssystem in Österreich zukommen. Ziel der Arbeit war es, Probleme im Glasrecycling für die älter werdende Gesellschaft zu eruieren, sowie mögliche Lösungen für diese Probleme zu finden. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Projektarbeit war auch die Recherche zum Thema und die Suche nach internationalen Best-Practice Beispielen.

Zusätzlich zur Recherche wurde ein Workshop im ÖJAB-Haus Neumargareten, ein Wohn- und Pflegeheim mit älteren Menschen, gestaltet. Die Bewohnerinnen und Bewohner im Alter zwischen 80 und 95 betonten die Wichtigkeit des Glasrecyclings, erzählten wie sich das Glassammeln über die Zeit veränderte und wie sie im Moment mit Altglas umgehen. Besonders der sogenannte Glasmann, der bis zur Einführung von Glascontainern regelmäßig von Haus zu Haus zog um das Glas einzusammeln, erhielt im Gespräch eine wichtige Rolle, die über der Verwertung von Glas hinausging. Der Glasmann sei ein wichtiger sozialer Akteur gewesen, der Nachrichten verbreitete und mit den Menschen ins Gespräch kam. Durch die Einführung von Glascontainern ging dieser soziale Aspekt des Glasrecyclings in der Stadt verloren.

So entstand nach dem Workshop die Idee, den Glasmann, beziehungsweise die Glasfrau zu neuem Leben zu erwecken. So könnten ältere Personen einmal im Monat Besuch vom Glasmann oder der Glasfrau erhalten. Wie vor 60 Jahren erkundigt sich der Glasmensch nach dem Befinden und nimmt zugleich das oft schwere Altglas mit. Die Rolle des Glasmenschen könnten z.B. Personen, die sich mit einer Integration in den Arbeitsmarkt schwertun, übernehmen. Mit der Erweiterung des Glasrecyclings zu einem sozialen Akt könnte die AGR weitere Sustainable Development Goals (SDGs), wie keine Armut (SDG 1), gute Gesundheit und Wohlbefinden (SDG 3) und menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum (SDG 8) in ihre Nachhaltigkeitsagenda aufnehmen.

Studierende

Anna Schumacher WU Wien
Anna Untersteiner Alpen-Adria Universität Klagenfurt
Julia Grzella Uni Wien
Johanna Einsiedler WU Wien
Navid Brockmann-Hosseini Uni Wien