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Saint-Gobain

Das Gründach: Maßnahmen zur Reduktion urbaner Überhitzung in Österreich

ISOVER ist einer der die Branche dominierenden Hersteller von Mineralwolle. Das Unternehmen hat es sich zum Ziel gesetzt, Mineralwolle zu recyceln um diese wiederverwenden zu können. Da Mineralwolle zwecks Entsorgung bislang oftmals von der Abbruchbaustelle direkt zu einer Deponie gebracht wird, ist es ein Ziel dieses Projektes, das Potential der Mineralwolle zur Weiterverwendung direkt von der Abbruchbaustelle an zu analysieren. Ein seit mehreren Jahrzehnten gestiegener Einsatz von Mineralwolle wird zu einer verstärkten Freisetzung von Mineralwolle auf Abbruchbaustellen in den nächsten Jahrzehnten führen.

Um Mineralwolle in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu integrieren, bedarf es daher bereits jetzt durchdachter und geprüfter Konzepte zur weiteren Verwendung von Mineralwolle. Ein solches Konzept stellt die Verwendung von Mineralwolle als Wachstums-Grundlage für Pflanzen dar. Insbesondere wird bei ISOVER in diesem Zusammenhang die Nutzung von Mineralwolle als Grundlage zur extensiven Dachbegrünung diskutiert.

Unsere Projektgruppe wird daher untersuchen, wie ein mögliches Produkt aus recycelter Mineralwolle aussehen könnte. Wir werden uns mit der Idee befassen, ob und in welcher Form man Samen und Nährstoffe für die Begrünung bereits in das Produkt integrieren könnte, sodass eine einfache und schnelle Anbringung am Dach gewährleistet wäre. Zwar gibt es bereits Methoden für extensive Dachbegrünung, jedoch hat sich bisher noch keine Methode für recycelte Mineralwolle durchgesetzt, sodass es auch noch keine Weiterverwendung von Mineralwolle gibt. Wir werden uns daher mit unterschiedlichen Prozessen im Detail auseinandersetzen und in einer Versuchsreihe testen.

Konkret werden wir drei Möglichkeiten vergleichen: Eine Vermengung von Mineralwollgranulat mit Substrat, ein Schüttverfahren mit Briketts aus Mineralwolle und die Kreation einer Matte auf Mineralwoll-Basis. Zunächst werden wir recherchieren, wie die Mineralwolle in den gewünschten Zustand gebracht werden kann, dazu zählen unter anderem die Suche nach möglichen Bindemitteln und die Untersuchung der Beschaffenheit und Zusammensetzung.

Wir werden außerdem nach einer Saatgutmischung suchen, die sowohl den Standortansprüchen der Wiener Dächer entspricht als auch einen positiven Beitrag zur Biodiversität in der Stadt leistet. Zu unserer Arbeit gehört ebenfalls die Recherche grundlegender rechtlicher Aspekte, die bei einer extensiven Dachbegrünung zu beachten sind und die Durchführung einer Stakeholderanalyse. Diese ist insofern wichtig, als es darum geht, zukünftige Saatmittelproduzenten als mögliche Kooperationspartner für unsere Versuche in Erwägung zu ziehen.

Studierende

Uni Wien: Julia Hargitai, Max Hoffmann, Paula Kunzemann
BOKU: Helena Katzenberger
TU: Markus Knöbl, Michael Wollendorfer
WU: Harpreet Singh