Bananig
die sustainability challenge
Delicious Trash. Bananen, Inklusion & Wirtschaftlichkeit
Service learning partner*in
Bananig ist ein Social Business aus Wien. Wir retten Bananen, welche noch vor dem Supermarkt aufgrund von optischen Mängeln oder Reifegrad aussortiert werden.
Wir verarbeiten die Bananen zu Bananenpüree welches als Basis für unsere Produkte dient.
Durch die Verarbeitung der Bananen zu Bananenpüree integrieren wir in unseren Arbeitsprozess aktiv Menschen mit Behinderung, gemeinsam mit der Lebenshilfe.
Derzeit bieten wir veganes Bananenbrot an, welches bereits in den ersten Cafés und Hotels in Wien erhältlich ist.
https://bananig.com
Fragestellung
Wie können wir als wachsendes Start-up finanziell wettbewerbsfähig bleiben und gleichzeitig die Inklusion von Menschen mit Behinderung als Kernprinzip des Unternehmens beibehalten?
Problemverständnis
Wir haben genau diese Frage gewählt, weil Inklusion unser Kernprinzip ist. Dafür ist Wirtschaftlichkeit vorausgesetzt. Nun wollen wir ermitteln welche Beschäftigungsmodelle sich für Bananig eignen, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung zu maximieren bei gleichzeitiger Wettbewerbsfähigkeit.
Zugleich wollen wir verstehen, welche neuen Produkte unsere Kund*innen wirklich wollen, und wie wir damit die Inklusion weiter ausbauen und unser Geschäftsmodell profitabler gestalten können.
Gesamtgesellschaftlich treffen hier zwei Herausforderungen aufeinander: Der Übergang von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt bleibt schwierig z.B. durch frühe Aussonderung in der Sonderschule oder durch keine adäquate Unterstützung am Arbeitsplatz. Gleichzeitig nimmt Lebensmittelverschwendung weiter zu und belastet unser Klima und Budget.
Es braucht skalierbare Modelle, die Inklusion, Wirtschaftlichkeit und ressourcenschonende Produkte verbinden.
Inklusion einfach machen: Die Lösung für soziale Nachhaltigkeit
Wie lässt sich theoretisches Wissen über Inklusion in den realen Geschäftsalltag kleiner Unternehmen übertragen? Im Rahmen unseres Projekts haben wir uns genau dieser Herausforderung gestellt. Wir transformieren komplexe theoretische Anforderungen in ein konkretes, digitales Tool, das Barrieren abbaut, bevor sie zum ernsthaften ökonomischen sowie sozialen Hindernis werden.
Unser Konzept: Vom Formular zur Vision
Wir entwickeln eine zukunftsorientierte Anwendung, die Unternehmen als unterstützende Anlaufstelle dient und eine Übersicht über ausgewählte Aspekte der betrieblichen Inklusion schafft. Den Kern bildet ein interaktives digitales Formular, das darauf ausgelegt ist, Prozesse strukturiert auf einer sozial nachhaltigen Ebene sinnvoll zu skalieren. Durch die aktive Unterstützung von Bananig begleiten wir Unternehmen dabei, soziale Nachhaltigkeitsziele nicht nur zu formulieren, sondern in die Tat umzusetzen.
Unser Ziel: Beschäftigung neu denken
Unser Ziel ist ein echter Systemwandel: Wir möchten kleinen Unternehmen den schnellen und unkomplizierten Zugang zu inklusiven Beschäftigungslösungen eröffnen. Dabei liegt unser Fokus auf der Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt. Wir wollen zeigen, dass soziale Verantwortung direkt anwendbar und für jeden (Klein-) Betrieb greifbarer und übersichtlicher wird.
Wir gestalten die Zukunft der Arbeit. Gemeinsam machen wir soziale Verantwortung handhabbar – digital, effizient und menschlich.
Das Ergebnis unseres Projekts in Zusammenarbeit mit Bananig und Gudrun Ratzinger ist eine Struktur für einen interaktiven Fragebogen, der KMU in Österreich dabei helfen soll inklusive Arbeit effektiver in der Unternehmensstruktur zu implementieren. Diese Struktur besteht aus einerseits einem Fragenkatalog aber auch aus deterministisch definierten Outputs, die jeder Antwortmöglichkeit relevante und individuelle Informationen zuordnen. Diese Outputs bestehen aus einer Mischung aus empirisch eingeholten Informationen in Form von Expert*innen-Interviews und ergänzender literarischer Recherche. Dadurch erlangt unser Fragebogen eine empirischqualitative Basis, welche um theoretisches Wissen und institutionelle Verweise erweitert wird.
Der allgemeine Fokus liegt aber trotzdem bei den Menschen mit Behinderung, denen tagtäglich Steine in den Weg zu barrierefreier Arbeit gelegt werden. Darum ist unser Ansatz der, deren Arbeitgeber dabei zu unterstützen, diese Barrieren systematisch mithilfe von auf das Unternehmen zugeschnittenen Informationen abzubauen. Hier verlassen wir uns auf eigens recherchierte Informationen sowie Verweise zu zuständigen und unterstützenden Institutionen.
Der Impact, den wir mit unserem Fragebogen setzen hat den Impact, kleine Unternehmen in Österreich dazu zu ermutigen bzw. zu unterstützen Menschen mit Behinderung enger in die Unternehmensstruktur zu inkludieren und langfristig eine qualitativere Zusammenarbeit zwischen Unternehmer*innen mit und ohne Behinderung sowie Arbeitnehmer*innen mit und ohne Behinderung zu schaffen. Auf Basis von eingeholten Daten über unsere Auswertungen wächst der Impact sogar über die Zeit, da wir mit der Zeit merken werden was unser Fragebogen wirklich bringt und dementsprechende Anpassungen vornehmen können. Uns ist es wichtig, kleinen Unternehmer*innen in Österreich das Gefühl zu nehmen, dass sie im sogenannten „Förderungsdschungel“ oder in umfangreichen Regelwerken untergehen. Es ist schon genug Stress ein kleines Unternehmen zu führen – den Stress sich auch noch um alles rund um Inklusion zusätzlich zu kümmern ist unser Angriffspunkt. Dadurch werden Möglichkeiten geschaffen den Arbeitsmarkt langfristig zu transformieren und Menschen mit Behinderung effektiver denn je zu integrieren.
Als Team haben wir im Zuge der Sustainability Challenge einige schwere Zeiten hinter uns. Einerseits haben wir 2 Projektmitglieder verloren, besuchen alle verschiedene Studien welche auch verschiedene Kapazitäten erfordern. Das wichtigste Learning war, dass wir gelernt haben auch mit limitierten Kapazitäten effektiv kollaborativ arbeiten zu können.
Es war zeitweise frustrierend wenn alle bis auf ein Projektmitglied zu einem Meeting nicht kommen konnte oder eine Deadline aufgrund von kollektiv überforderndem Studienaufwand nach hinten verschoben werden musste. Das essenzielle Learning daraus war, dass Strukturen nur funktionieren können wenn man sich auch wirklich daran halten kann. Wir haben versucht, regelmäßige Meetings und fixe Deadlines zu forcieren, haben uns aber gegen Ende auf eine flexiblere und vor allem agilere Projektstruktur geeinigt, in welcher jede*r gewisse Aufgaben zu erfüllen hat und Stress das letzte ist, was das Projekt qualitativ macht. Das eigentlich allerwichtigste in unserem Projekt war, dass man sofort gemerkt hätte, wenn ein Projektmitglied nicht mit Leidenschaft dabei gewesen wäre. Obwohl wir alle teilweise sehr überfordert mit allem waren, haben wir uns bei unserer Arbeit trotzdem alle so bewundernswerte Mühe gegeben, weil es ohne nicht gegangen wäre. Die Lehre die wir daraus ziehen ist, dass solche Projekte ein gewisses Commitment brauchen um wirklich zu funktionieren.
starke Partnerschaften
Partner

Levi Taglieber
Bananig
„Mich motiviert, Menschen mit Behinderung sichtbar in die Gesellschaft und Arbeit einzubeziehen und gleichzeitig Lebensmittelverschwendung zu reduzieren. Nachhaltigkeit soll ganz gedacht werden. Mit Bananig wollen wir uns durch unsere Markenidentität gezielt an neue Generationen von Konsument*innen richten.“
gute unterstützung
MentorIN

Gudrun Ratzinger
Angewandte Wien
„Wenn sich genug Menschen für eine gerechtere, nachhaltige Welt engagieren, kann ein sozialer Tipping Point erreicht werden. Veränderung beginnt, wenn Menschen zusammenkommen, um konkrete Lösungen zu entwickeln. Die Sustainability Challenge ist eine wertvolle Gelegenheit, ins Tun zu kommen und dabei projektbezogen, praxisnah und gemeinsam zu lernen.“



