Rail Cargo Group
die sustainability challenge
Sichere Schiene: Risikoanalyse für unsere Standorte.
Service learning partner*in
Mit 6.014 Mitarbeiter:innen, Niederlassungen in ganz Europa und einem Jahresumsatz von 1,97 Mrd. Euro zählt die Rail Cargo Group zu den führenden Bahnlogistikunternehmen Europas.
Gemeinsam mit starken Partnern betreiben wir ein flächendeckendes End-to-end-Logistik-Netzwerk. Wir verbinden europäische Ballungszentren und Häfen mit prosperierenden Wirtschaftszentren im eurasischen Kontinent. Unser Produktionsnetz mit eigenen Güterbahnen in 14 Ländern Europas und unsere Präsenz in 18 Ländern sichert hohe Qualität auf der gesamten Logistik- und Transportkette.
Fragestellung
Wie können wir öffentlich verfügbare Umweltdaten nutzen, um Standorte der Rail Cargo Group effizient und automatisiert auf Umweltrisiken zu analysieren?
Problemverständnis
Die Rail Cargo Group betreibt zahlreiche internationale Standorte mit unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern. Die Analysen von Umwelt- und Klimarisiken sind dementsprechend schwer vergleichbar und mit hohem manuellem Aufwand verbunden. Eine automatisierte Risikoanalyse verbessert die Effizienz und ermöglicht es uns Entscheidungen für zukünftige Investitionen zur Erreichung unserer ESG-Ziele zu definieren.
Umweltrisiken betreffen Infrastruktur, Logistik und Versorgung, gleichzeitig stellen die Standorte unter Umständen auch selbst Risiken für die Umwelt dar. Ihre systematische Bewertung ist essenziell für Vorsorge, Anpassung und nachhaltige Entwicklung. Der Zugang zu offenen Daten und deren sinnvolle Nutzung sind zentrale gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Umweltrisiken.
Motivation & Ziel
Wir wollen analysieren, wie wir Umweltrisiken effizient und datenbasiert bewerten können. Ziel ist ein praktikabler Ansatz, wie unsere Standorte mit öffentlich verfügbaren Daten automatisch analysiert werden können. Das Projekt schafft Grundlagen für ESG-konformes Handeln und fördert die Nutzung frei verfügbarer Forschungsdaten.
Die Herausforderung der wir uns stellen lautet: Wie kann für eine große Anzahl an sehr
unterschiedlichen Standorten der Rail Cargo Group das Umweltrisiko schnell, genau und effizient erhoben werden? Welche Faktoren müssen dabei beachtet werden? Wie kommt man an passende Umweltdaten und wie kann man diese möglichst schnell und einfach für die einzelnen Standorte auswerten?
Dabei ist zu beachten, dass sich die Standorte untereinander stark unterscheiden: ein
Bürogebäude ist auf ganz andere Arten von Umweltrisiken betroffen als beispielsweise ein
Warenterminal und benötigt auch andere Präventionsmaßnahmen. Die äußeren Faktoren sind ber dieselben. Es gilt also die Wahrscheinlichkeit für bestimmte Risiken wie Hochwasser, Hitze, etc. zu ermitteln – aber auch den Impact eines Eintretens abzuschätzen.
Unser Ziel ist es, sowohl eine nutzbare Datenbank mit Umweltdaten zu erstellen als auch eine Methode bzw. einen Leitfaden zu effektiver Auswertung zu entwickeln. Auf Grundlage dieser soll dann auf einen Blick erkennbar sein, vor welchen Herausforderungen ein Standort steht und welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um ihn abzusichern und resilient gegenüber Umweltrisiken zu machen
Im Rahmen unseres Projekts mit der ÖBB Rail Cargo Group haben wir eine strukturierte Grundlage geschaffen, um klimabedingte Umweltrisiken für unterschiedliche Standorte der ÖBB Railcargo systematisch zu bewerten. Ziel war es, einen effizienten Ansatz zu entwickeln, mit dem eine große Anzahl von Standorten hinsichtlich ihrer Anfälligkeit gegenüber Naturgefahren analysiert werden kann.
Dafür haben wir zunächst relevante Klimarisiken wie Hochwasser, Hitze, Erdbeben und Chancen wie Biodiversität identifiziert und untersucht, welche Auswirkungen diese auf verschiedene Standorttypen haben können. Außerdem haben wir unterschiedliche Klimakarten gesammelt, die sich für die Analyse der Standorte und der Klimarisiken und Chancen eigenen. Da sich die Infrastruktur der Rail Cargo Group von Bürogebäuden über Werkstätten bis hin zu Terminals und Lagerflächen erstreckt, mussten unterschiedliche Risikoprofile berücksichtigt werden.
Auf Basis verfügbarer Umwelt- und Geodaten entwickelten wir eine strukturierte Methodik zur Risikoanalyse. Diese umfasst die Identifikation geeigneter Datenquellen, die Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeiten sowie die Einschätzung potenzieller Auswirkungen auf den Betrieb. Ergänzend dazu entstand ein Leitfaden, der die Analyse nachvollziehbar und auf weitere Standorte übertragbar macht.
Das Projektergebnis bildet damit eine Grundlage für zukünftige Risikoanalysen und unterstützt die Rail Cargo Group dabei, Standorte systematisch zu bewerten und über potentielle Risiken und Chancen zu informieren. Somit können die Standorte in Zukunft Schutz- und Anpassungsmaßnahmen einleiten.
Der Impact unseres Projekts liegt vor allem darin, dass klimabedingte Risiken für die Infrastruktur der ÖBB Rail Cargo Group systematisch sichtbar und bewertbar gemacht werden. Dadurch ist eine Art „Warnsystem“ für verschiedene Standorte entstanden. Während die Auswirkungen des Klimawandels häufig erst bei konkreten Schadensereignissen wahrgenommen werden, schafft unsere Methodik die Möglichkeit, potenzielle Gefahren bereits im Vorfeld zu identifizieren und entsprechende Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
Die Rail Cargo Group betreibt ein weltweites Netzwerk an Standorten, die für den Gütertransport auf der Schiene von zentraler Bedeutung sind. Durch die entwickelte Vorgehensweise können Risiken wie Hochwasser, Hitzeereignisse, Erdbeben und die Chance Biodiversität standortspezifisch analysiert und vergleichbar gemacht werden. Dies erleichtert die Priorisierung von Investitionen in Schutzmaßnahmen und stärkt langfristig die Resilienz kritischer Infrastruktur.
Darüber hinaus leistet das Projekt einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals 9 und 13. Eine widerstandsfähige Schieneninfrastruktur ist eine wesentliche Voraussetzung für nachhaltige und klimafreundliche Logistik. Indem potenzielle Ausfälle reduziert und Anpassungsmaßnahmen unterstützt werden, trägt das Projekt dazu bei, die Funktionsfähigkeit wichtiger Transportketten auch unter dem Einfluss des Klimawandels sicherzustellen.
Eines unserer wichtigsten Learnings war, dass Klimarisiken deutlich komplexer sind, als sie auf den ersten Blick erscheinen. Während Naturgefahren, wie Hochwasser oder Hitze grundsätzlich bekannt sind, zeigte sich im Projekt, wie unterschiedlich ihre Auswirkungen je nach Standort, Infrastrukturtyp und betrieblicher Nutzung ausfallen können. Eine standardisierte Risikoanalyse muss daher ausreichend flexibel sein, um diese Unterschiede abzubilden.
Darüber hinaus haben wir gelernt, wie wichtig die Verfügbarkeit und Qualität von Daten für nachhaltige Entscheidungen ist. Die Identifikation geeigneter Umwelt- und Geodatenquellen sowie deren sinnvolle Verknüpfung stellte einen zentralen Bestandteil unserer Arbeit dar. Dabei wurde deutlich, dass nicht nur die Daten selbst entscheidend sind, sondern auch die Fähigkeit, diese richtig zu interpretieren und in konkrete Handlungsempfehlungen zu übersetzen.
Ein weiteres Learning betrifft die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Praxis. Im Austausch mit den Expert*innen der Rail Cargo Group konnten wir besser verstehen, welche Anforderungen Unternehmen bei der Bewertung von Klimarisiken tatsächlich haben. Auch auf persönlicher Ebene haben wir viel mitgenommen. Die Arbeit in einem interdisziplinären Team erforderte laufende Abstimmung, klare Kommunikation und die Bereitschaft, unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen. Wir haben gelernt, alle unsere unterschiedlichen Skills einzubringen und an einem Strang zu ziehen!
Insgesamt hat uns das Projekt gezeigt, dass Klimaanpassung nicht erst nach einem Schadensereignis beginnt, sondern bereits bei der Analyse potenzieller Risiken und Chancen. Resiliente Infrastruktur entsteht durch vorausschauende Planung, datenbasierte Entscheidungen und die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur*innen.
starke Partnerschaften
Partner

Mario Theyer
Rail Cargo
„Eine lebenswerte Zukunft liegt mir am Herzen. Durch die SDGs können wir gemeinsam viel bewegen. Als internationales Logistikunternehmen tragen wir große Verantwortung – genau deshalb möchte ich hier mitwirken und aktiv zum nachhaltigen Wandel beitragen.“
gute unterstützung
Mentor*Innen

Michael Tost
Montanuniversität Leoben
„Meine Motivation, Teil der Sustainability Challenge zu sein und mich für die SDGs zu engagieren, liegt in der Verantwortung, unseren Planeten und unsere Gesellschaft für kommende Generationen zu bewahren. Den Studierenden möchte ich vermitteln, welche Veränderungen dafür notwendig sind wie sie diese bewirken können. „

Anna Meyer
Montanuniversität Leoben
„Die Sustainability Challenge bietet Studierenden die Möglichkeit Handelnde zu werden. Ich möchte Teil dieser Entwicklung sein und miterleben wie positiv sich Handlungsermächtigung auswirken kann und wie diese einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten kann. Die Interdisziplinarität des Projekts begeistert mich und ich freue mich gemeinsam neue Wege zu gehen und miteinander neu zu denken.“



