wiener Stadtwerke
die sustainability challenge
Gemeinsam zum Net-Zero Ziel
Service learning partner*in
Die Wiener Stadtwerke gehören zu den 30 größten Unternehmen Österreichs. Wer für uns
arbeitet, stellt sich mit Leidenschaft in den Dienst einer großartigen Stadt. Dafür sorgen
unsere 18.000 Mitarbeiter*innen jeden Tag in den Bereichen Mobilität, Energie, Bestattung
und Friedhöfe sowie Informationstechnik. Für eine nachhaltige Klimawende braucht es viel
Mut und jede Menge Menschen, die als Klimapionier*innen anpacken. Mit großer
Leidenschaft, neuen Ideen und dem Willen, der Stadt eine gute Zukunft zu ermöglichen.
Unsere Konzernunternehmen: Wiener Linien, Wien Energie, Wiener Netze, Wiener
Lokalbahnen, Wipark, WienIT, Bestattung Wien, Friedhöfe Wien, immOH! , GWSG
Fragestellung
Wie können wir als Wiener Stadtwerke-Gruppe ALLE unsere Mitarbeitenden besser involvieren, um nachhaltiges Handeln und Teilhabe am Transformationsprozess anzuregen, um unser Net-Zero Ziel zu erreichen?
Problemverständnis
Unsere Mitarbeitenden bei der Wiener Stadtwerke-Gruppe haben sehr diverse Rollen und
somit auch sehr diverse Arbeitskontexte (z.B. Bürojob vs. Straßenbahnfaher*in vs.
Kraftwerksmitarbeiter*in vs. Bestatter*in etc.). Noch werden nicht alle Mitarbeitenden durch
unsere aktuelle ESG-Kommunikation, -Programme und -Initiativen effektiv erreicht. Dadurch
bleiben erhebliche Potenziale für die Umsetzung der Net-Zero-Transformation ungenutzt.
Die Frage greift eine zentrale Herausforderung unserer Zeit auf. Wie gelingt es, Klimaschutz
als gemeinsame Aufgabe aller Berufsgruppen zu begreifen? Gerade in großen
Organisationen mit vielfältigen Tätigkeiten braucht es neue Wege der Ansprache und
Beteiligung. Nur wenn nachhaltiges Handeln in jeder Rolle möglich und anerkannt ist, wird
Transformation gesellschaftlich wirksam.
Motivation & Ziel
Wir wollen herausfinden, wie wir Mitarbeitende mit ganz unterschiedlichen Arbeitsrealitäten,
vom Büro bis zum Fahrdienst oder Kraftwerksbetrieb zielgerichteter für unsere ESG-Ziele
aktivieren können. Mit dem Projekt möchten wir neue Zugänge, Formate und
Kommunikationswege entwickeln, die zu ihrem Alltag passen. Ein Studierenden-Team hilft
uns dabei, mit frischem Blick und kreativen Ansätzen neue Ideen zu entwickeln, die wirklich
wirken.
Ausgangspunkt des Projekts ist die Vielfalt der Mitarbeitenden innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. In der ersten Projektphase werden relevante Zielgruppen identifiziert und ihre jeweiligen Arbeitsrealitäten analysiert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf operativ tätigen Mitarbeitenden, die direkt an Anlagen, im laufenden Betrieb oder in serviceorientierten Tätigkeiten arbeiten, und bislang nur eingeschränkt in Nachhaltigkeitskommunikation eingebunden waren.
Darauf aufbauend werden Interviews mit Vertreter*innen der Zielgruppen geführt, um zu verstehen, welche Nachhaltigkeitsthemen bereits bekannt sind, über welche Kanäle die Informationen wahrgenommen werden und wo mögliche Barrieren bestehen. Unser Ziel dabei ist es, zentrale Wissensstände, Kommunikationskanäle, sowie Motivations- und Hemmfaktoren in Bezug auf nachhaltiges Handeln zu identifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse werden systematisch ausgewertet und in konkrete Handlungsfelder überführt, die sowohl individuelle Handlungsmöglichkeiten als auch strukturelle Rahmenbedingungen berücksichtigen.
Auf dieser Basis werden mögliche umsetzbare Maßnahmen abgeleitet, die an bestehende Arbeitsprozesse anschließen und eine aktive Beteiligung der Mitarbeitenden ermöglichen. In enger Abstimmung mit der Wiener Stadtwerken-Gruppe werden diese Maßnahmen auf Umsetzbarkeit geprüft, bewertet, priorisiert und in einem integrierten Gesamtkonzept zusammengeführt.
Ein zentrales verbindendes Element des Projekts ist dabei eine zielgruppengerechte Kommunikation, die den Zusammenhang zwischen täglicher Arbeit und Nachhaltigkeitszielen verständlich macht und konkrete Beiträge der Mitarbeitenden sichtbar aufzeigt. Das Ergebnis wird ein praxisnahes Gesamtkonzept, das Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag verankert und langfristig zur Optimierung der Arbeitsprozesse sowie einem nachhaltigen Wirtschaften der gesamten Wiener Stadtwerke-Gruppe beiträgt.
Nach gut einem Jahr intensiver Zusammenarbeit der Studierenden und den Wiener Stadtwerken konnten wegweisende Ergebnisse erzielt werden. Interviews und Gespräche haben zwei konktete Maßnahmen ergeben, die dazu beitragen können, alle Mitarbeitenden der Wiener Stadtwerke-Gruppe aktiv in den Nachhaltigkeitstransformation einzubinden. Das erste Konzept sind eine Art Mitarbeitendengespräche, allerdings nicht im Büro und mit Zielvorgaben für die Mitarbeitenden, sondern bei der Arbeitsstelle der jeweiligen Person, ob in der Werkstatt oder in der Bim. Dabei werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Mitarbeitende im manuellen und operativen Bereich von Führungskräften in deren Alltag begleitet. Dabei können Potenziale und Hürden aufgedeckt werden, die sonst verborgen geblieben wären. Im Fokus steht dabei immer die Nachhaltigkeit und wie Prozesse und anderes verbessert/optimiert werden kann. Mit dem zweiten Konzept soll das Problem des Ressourcenverbrauchs angegangen werden. Durch das Recyceln bzw. Reusing von Arbeitskleidung und sonstigen Arbeitsmitteln kann ein Kreislauf aufgebaut werden. Die recycelten Produkte werden wieder in die Verwendung gebracht und kommunizieren durch Nachhaltigkeitsbatches klare Botschaften im Unternehmen nach innen und außen.
Die beiden Konzepte bringen einen signifikanten Impact mit sich. Die größte Herausforderung im Projekt lag darin, alle Mitarbeitenden, also wirklich alle knapp 19.000 Beschäftigte in den Nachhaltigkeitsprozess einzubinden, sodass dieser nicht nur top down gesteuert wird, sondern auch wirklich einen Impact auf allen Ebenen hat. Die beiden Konzepte sind das Ergebnis der geführten Interviews und Gespräche. Damit können die Potenziale und Hürden bestmöglich angegangen und die Mitarbeitenden nachhaltig eingebunden werden.
Die Mitarbeitendengespräche geben auch Mitarbeitenden in manuellen und operativen Bereichen, welche oft ungehört bleiben, eine Stimme. Sie haben nun die Möglichkeit ihre Ideen einzubringen, ihre Schwierigkeiten im Alltag bzgl. Nachhaltigkeit zu teilen und die unentdeckten Potenziale den Entscheidungsträgern zu offenbaren. Und das alles in einem regelmäßigen Abstand und Austausch. Gleichzeitig stärken die Führungskräfte ihre Arbeit und schärfen ihre Führungsfähigkeiten. Zudem leben sie dadurch signalhaft vor, was es heißt, Nachhaltigkeit zu priorisieren. Auch das zweite Konzept kann messbaren Impact aufweisen. Es soll die Identifikation mit dem Unternehmen und dem gemeinsamen Erreichen des Net-Zero-Ziels gestärkt werden. Die recycelten und wiederverwendeten Produkte bieten direkte Benefits für Mitarbeitende und verbreiten gleichzeitig eine greifbare Botschaft. Auch ökonomisch kann dieses Konzept punkten. Die Wiener Stadtwerke–Gruppe spart Kosten durch die Wiederverwendung/-verwertung. Dieses Konzept wird die Zusammenarbeit mit anderen Konzern Unternehmen, aber auch externen Unternehmen erfordern. Diese Zusammenarbeit kann zu Partnerschaften führen und damit auch außerhalb des Konzerns einen Impact erreichen.
Für uns alle war es eine neue Erfahrung in bzw. mit einem so großen Unternehmen zusammen zu arbeiten. Wir haben viel gelernt über die Prozesse und Strukturen im Unternehmen. Insbesondere ein Einblick die Vielfalt an Berufen in den verschiedenen Konzernunternehmen unter dem Dach der Struktur der Wiener Stadtwerke-Gruppe zu bekommen war sehr spannend. In den Interviews selbst konnten wir uns mit unterschiedlichsten Menschen unterhalten und dadurch einen guten Einblick in die Arbeitsweisen des Unternehmens bekommen. Auch zwischenmenschlich und fachlich konnten wir enorm viel lernen. Ein wichtiges Learning ist zudem, dass der Wille vorhanden sein muss. Es wurde ersichtlich, dass viele gute Ansätze zum Thema Nachhaltigkeit schon auf den Weg gebracht wurden, wenn die Entscheidungsträger gewollt sind diesen Weg zu gehen. Und zum anderen war es ein spannendes Learning, dass die Beschäftigten in manuellen und operativen Bereichen von sich aus meist schon viel versuchen anzustoßen in Richtung Nachhaltigkeit in ihrem Arbeitsumfeld. Für uns als Team intern haben wir gelernt, was es heißt, wenn fünf Studenten unterschiedlicher Studienrichtung mit unterschiedlichsten Terminkalendern ein Projekt führen wollen. Sowohl die zeitlichen Absprachen als auch inhaltliche Diskussionen brauchen klare Kommunikation, damit alle gemeinsam an einem Strang ziehen können.
Spannend war außerdem die Projektdauer. Im Gegensatz zu vielen universitären Projekten konnten wir hier uns über ein ganzes Jahr tief in die Materie einarbeiten und konkrete Maßnahmen ableiten. Gleichzeitig standen andere Herausforderungen in der Zeitplanung wie Klausuren- und Urlaubsphasen auf dem Plan. Letztlich ermöglichte die längere Projektdauer uns mit dem Erstellen eines ausführlichen Projektplanes vertraut zu machen.
starke Partnerschaften
Partner*innen

Vivien Resch
Wiener Stadtwerke Gruppe
„Eine nachhaltige Entwicklung ist essenziell für eine gerechte und lebenswerte Zukunft. Mit meiner Arbeit möchte ich dazu beitragen, dass wir regional sowie global unsere Umwelt schützen und die Lebensqualität für alle verbessern. Ich bin überzeugt, dass wir mit den SDGs unsere Welt positiv verändern können.“

Florian Gloger
Wiener Stadtwerke Gruppe
„Die Verbindung aus globalem Denken und lokalem Handeln, Verantwortungsübernahme für unseren Lebensstil und einer Tätigkeit mit Sinn motiviert mich sehr. Ich möchte mit meinem organisatorischen Talent und dem Herstellen von Verknüpfungen effizient und zielführend an der Verwirklichung der SDGs mitarbeiten und aufzeigen, wie nachhaltige Entwicklung möglich sein kann!“
gute unterstützung
MentorIN

Marie-Sophie Attems
WU Wien
„Die Sustainability Challenge eröffnet Studierenden die Chance, in einem interdisziplinären Kontext aktiv zur Schaffung einer besseren Zukunft beizutragen. Es macht mir große Freude, diese Reise als Mentorin zu begleiten, denn sie zeigt mir immer wieder, dass man nie aufhört zu lernen.“



